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Wir treten nun ein in eine ganz besondere Zeit des Jahres, die nicht nur zu gegenseitigem Geben und Dankbarkeit für unsere Familien, Freunde und Mitmenschen einlädt, sondern auch zu tiefer Selbst-Reflexion und Meditation.

 

In früheren Jahrhunderten war die Adventszeit eine Zeit der Einkehr. Die Ernte war eingebracht und man hatte wieder mehr Zeit zur Verfügung. Die Tage werden immer kürzer und so ist es ganz natürlich, dass der Geist mehr nach innen schaut. So ist die Advents- & Weihnachtszeit eine Zeit der spirituellen Praktiken, der Askese und sogar des Fastens. Nach dieser Zeit der Entbehrung wurde Weihnachten oft umso freudvoller erlebt. Und da man wusste, dass Weihnachten bevorsteht, nahm man den Verzicht gerne auf sich.

 

Wie wäre es z.B. einmal alles zu überdenken, was wir schon kennen. Unterschiede und Vorurteile, die Menschen und Nationen trennen, könnten wir ablegen. Außerdem sollten wir uns gründlich informieren bevor wir alles glauben was „man“ uns sagt und wir Menschen und Dinge bewerten oder gar verurteilen, so dass wir verantwortungsvoll, kreativ und kraftvoll eine neue Zukunft erschaffen können, für uns selbst, unsere Familien, für unsere Gemeinschaft als Menschen und letztendlich die Erde als Ganzes.

 

Weihnachten – ein universelles Fest

Viele Menschen glauben, dass das Fest am 24. und 25. Dezember ein christliches Fest wäre, begründet auf der Geburt Jesu Christi. Tatsächlich ist die Bedeutung von Weihnachten viel universeller, als sie auf eine einzige religiöse Tradition zu beschränken. Am gleichen Tag feierten die Babylonier z.B. die Geburt des Tammuz, die Perser die Geburt des Mithras, die Phryger die Geburt des Attis, die Ägypter die Geburt des Osiris und die Griechen die Geburt des Adonis. Ebenfalls während dieser Zeit im Dezember hielten die Römer ihre betrunkenen Saturnalien zu Ehren von Bacchus, dem Gott des Weines ab.

 

In der Tat wurde das christliche Datum von Weihnachten erst im Jahre 337 AD durch Papst Julian I gezielt festgesetzt, um den heidnischen Festen zu entsprechen. Bis zum heutigen Tag widerspricht die orthodoxe Kirche diesem Datum als Geburtstag Christi. Insgesamt gab es im Laufe der Geschichte 136 verschiedene Daten, an denen die verschiedenen christlichen Sekten die Geburt des Christus feierten. Daher ist es offensichtlich, dass dieses Fest am 25. Dezember nicht christlich, sondern heidnisch und viel älteren Ursprungs ist. Aber worin liegt nun die universelle Bedeutung dieses Datums, an dem die alten Kulturen schließlich große Feste zu Ehren ihrer Götter feierten?

 

Weihnachten aus kosmologischer und astrologischer Sicht

In der nördlichen Hemisphäre (Nordhalbkugel) markiert der 21. Tag des Monats Dezember die Wintersonnenwende, den Tag, an dem die Sonne ihren südlichsten Punkt erreicht. Dies ist die kürzeste und dunkelste Nacht des Jahres. Nach der alten Kosmologie sind zu diesem Zeitpunkt die physischen Kräfte der Sonne auf der Erde an ihrem Minimum angelangt, während die „psychischen“ oder „astralen Kräfte“ der Erde selbst am stärksten sind. Das Maximum dieser „psychischen Kräfte“ liegt etwa drei oder vier Tage nach dem 21. Dezember, also am 24. oder 25., kurz bevor der Einfluss der zurückkehrenden Sonne wieder zu spüren ist. Um Mitternacht, an der Schwelle zwischen dem 24. und 25. Dezember, wenn die Sonne direkt „unterhalb der Erde“ liegt, und wenn das Sternzeichen Virgo (Jungfrau) am Horizont erscheint, wird der Christus (nicht als Mensch gesehen – sondern als besonderes Bewusstsein) von einer „Jungfrau“ geboren. Diese Geburt signalisiert den Anbruch eines unbefleckten neuen Jahres und symbolisiert den Triumph des Lichts über die Dunkelheit. So wird um Mitternacht, das „göttliche Bewusstsein“ bzw. der „Heiland“, in dunkelster Nacht im Geiste einer Jungfrau geboren. Dies, ist die kosmische Bedeutung und Tragweite des 25. Dezembers, der heute als Weihnachten gefeiert wird. Somit ist es wahrlich eine „heilige Nacht“, denn es ist ein besonderer und „heiliger“ Augenblick der Natur. So sollten wir diesen magischen und besonderen Moment mit der gleichen Ehrfurcht und Verehrung betrachten, mit der wir auch eine Sonnenfinsternis und andere Wunder des Universums beobachten.

 

Weihnachten – der Sommer der Seele

Diese spirituelle Bedeutung erstreckt sich auf die gesamte Weihnachtszeit und den Winter als Jahreszeit. Die Weihnachtszeit ist für das Jahr, was der Sonntag für die Woche ist: Eine Zeit für spirituelle Reflexion und Regeneration. Es wird gesagt, dass die Nacht, der Tag der Seele ist. Das Gleiche gilt auch für den jährlichen Zyklus. Die Winterzeit ist der Sommer der Seele. Der Winter ist die Zeit der geistigen Aktivität, der Sommer die Zeit der körperlichen Aktivität.

 

John Milton schrieb einmal (sinngemäß), dass er gar nicht erst versuche, im Sommer zu schreiben, weil seine Inspirationen im Winter so viel besser wären. In der Winterzeit unterstützen die kosmischen Kräfte unsere spirituelle Erleuchtung und die Weisen nutzen diese Jahreszeit für ihre spirituelle Erleuchtung und kreative Inspiration.

 

Die Rauhnächte

Auch die sogenannten Rauhnächte spielten in vielen Kulturen eine wichtige Rolle in Bezug auf Weihnachten und die Zeit zwischen dem alten und dem neuen Jahr. So ist es vielerorts auch heute noch Tradition ab dem 24.12. für 12 Nächte in Folge zu räuchern, um die Finsternis zu vertreiben und die Toten fernzuhalten.

 

So sagt man, dass am Weihnachtsabend Geister und Hexen besondere Macht haben. Deshalb läuten die Kirchenglocken von Einbruch der Dunkelheit bis zur Mitternachtsmesse in regelmäßigen Abständen das sogenannte Schreckensgeläut. Ähnlich, wie auch die Sternsinger am Drei-Königs-Tag (6. Januar) mit Weihrauch von Haus zu Haus ziehen. Es heißt auch, dass in diesen Nächten die Tiere sprechen können und sich über die Toten des kommenden Jahres unterhalten.

 

Wie man sieht, ist Weihnachten kein rein christliches Fest, sondern auch in heidnischen Traditionen und sogar kosmischen Himmelsereignissen verwurzelt. Und unabhängig davon, ob man die Weihnachtszeit zur spirituellen Betätigung, zur Selbstrefelxion oder Innenschau nutzt, die Rauhnachttraditionen pflegt, oder die Weihnachtszeit einfach nur gemütlich vorüber ziehen lässt – eines ist gewiss: Die Weihnachtszeit ist eine wundervolle Zeit sich selbst und den Menschen etwas Gutes zu tun und dem Miteinander und der Nächstenliebe dadurch Ausdruck zu verleihen.

 

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine wundervolle Weihnachtszeit und ein frohes Fest.

 

Weihnachten - einmal spirituell betrachtet

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